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Informationen für Lehrbetriebe

Lehrbetrieb werden

Voraussetzungen

Ihr Team ist motiviert und bereit, Lernende auszubilden. In Ihrem Betrieb arbeiten gut ausgebildete Berufsleute. Grundinformationen erhalten Sie in der Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Geomatikerin/Geomatiker mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ).

Tipp: Der Ausbildungskurs für Berufsbildnerinnen und Berufsbildner ist eine gute und fundierte Einführung in die verantwortungsvolle Tätigkeit der Ausbildung junger Menschen. Nähere Informationen sind auf dem Portal zur Berufsbildung (www.berufsbildung.ch) und bei den kantonalen Berufsbildungsämtern erhältlich (www.adressen.sdbb.ch).

Sie erfüllen die Kriterien und haben sich entschieden

  1. Melden Sie Ihren Betrieb beim kantonalen Berufsbildungsamt des jeweiligen Kantons an. Adressen unter (www.adressen.sdbb.ch).
  2. Füllen Sie das Gesuch um Erteilung der Bildungsbewilligung aus und schicken Sie dieses zurück.
  3. Die kantonalen Behörden (Berufsinspektoren) prüfen anschliessend Ihren Betrieb (Besichtigung) im Hinblick auf die Eignung zum Ausbildungsbetrieb.
  4. Schicken Sie den verantwortlichen Berufsbildner in einen Lehrmeisterkurs.
  5. Nach dem Erhalt der Ausbildungsbewilligung ermitteln Sie die Anzahl Lehrstellen Geomatiker/in in Ihrem Betrieb.
  6. Legen Sie gleichzeitig die Schwerpunkte (Amtliche Vermessung, Geoinformatik, Kartografie) der jeweiligen Lehrstelle fest
  7. Schreiben Sie die Lehrstellen aus (www.lehrstellenboerse.ch, www.berufsberatung.ch) und über andere Kanäle wie spezielle Websites.
  8. Laden Sie Interessentinnen und Interessenten zu Schnuppertagen ein.
  9. Schliessen Sie mit der oder dem Lernenden einen Ausbildungsvertrag (Lehrvertrag) ab.
  10. Das Berufsbildungsamt informiert Sie über die von den lernenden Personen zu besuchende Berufsfachschule.
     

Ihr Betrieb erfüllt nicht alle Kriterien

Auch wenn Ihr Betrieb nicht alle Arbeitsgänge abdeckt, welche die Verordnung über die berufliche Grundbildung verlangt, können Sie Lernende ausbilden. Die Lösung heisst Lehrbetriebsverbund.

Firmenübergreifende Zusammenarbeit bei der Ausbildung von Lernenden

Ein Lehrbetriebsverbund ist ein Zusammenschluss von mehreren Betrieben, die alleine nicht ausbilden können oder wollen. Die Betriebe ergänzen sich mit ihren Tätigkeiten und gewährleisten so ihren Lernenden eine umfassende Bildung in beruflicher Praxis.

Vorteile von Lehrbetriebsverbünden für den einzelnen Lehrbetrieb

  • Konzentration auf die eigenen Stärken: Die einzelne Firma muss nicht mehr in allen erforderlichen Tätigkeiten ausbilden. Sie kann die Lernenden in den Fachbereichen ausbilden und einsetzen, in denen sie besonders stark ist. Auf diese Weise können gerade auch spezialisierte Firmen einen wertvollen Beitrag zu einer Gesamtausbildung leisten.
  • Entlastung: Das Suchen und Selektionieren von Lernenden sowie Teile der Administration (Löhne, Sozialabgaben etc.) kann ein Leitbetrieb übernehmen. Dadurch können Kosten minimiert und die Qualität der beruflichen Grundbildung optimiert werden. Bildungstätigkeiten können gemeinsam durchgeführt oder geplant werden, was Zeit einspart.
  • Das Risiko aufteilen: Die mit der Ausbildung verbundenen Risiken werden auf die Betriebe im Verbund verteilt, zum Beispiel das Risiko, nicht über die ganzen drei bzw. vier Jahre der beruflichen Grundbildung über genügend Aufträge zu verfügen oder das Risiko der Verlagerung der Geschäftstätigkeit infolge wirtschaftlicher Entwicklungen.
  • Know-how-Transfer: Weil die Lernenden zusätzliche Erfahrungen und zusätzliches Know-how mitbringen, können die eigenen Prozesse im Betrieb kontinuierlich verbessert werden.
  • Vielfältige berufliche Grundbildung: Die lernenden Personen lernen verschiedene Firmenkulturen kennen und erhalten in den Teilgebieten eine fachlich fundierte berufliche Grundbildung auf dem aktuellen Stand der Entwicklung. Die Ausbildung in verschiedenen Betrieben erweitert das berufliche Beziehungsnetz und fördert das flexible Denken.

Weitere Informationen finden Sie auf dem Portal zur Berufsbildung: www.lbv.berufsbildung.ch

Kontakt

Laurent Berset, Berufsbildungsmarketingverantwortlicher des Trägervereins Geomatiker/-in Schweiz steht Ihnen jederzeit unterstützend beim Aufbau oder in der Umsetzung einer Lehrstelle zur Verfügung. Er berät Sie auch gerne über entsprechende Möglichkeiten in Ihrer Firma.

Zögern Sie nicht und nehmen Sie Kontakt auf - Lehrstelle jetzt!
Tel. +41 79 755 26 94 / laurent.bersettest@tvg-ch.ch  
berufsbildung-geomatik.ch

Lehrvertrag

Der Lehrvertrag bildet die notwendige Grundlage jedes Lehrverhältnisses (OR Art. 344-346a). Er ist in schriftlicher Form abzufassen und bedarf der Genehmigung der kantonalen Behörde.

Im Lehrvertrag verpflichtet sich die Lehrfirma, die Lernenden für einen bestimmten Beruf fachgemäss auszubilden, und die Lernenden verpflichten sich, zu diesem Zweck Arbeit im Dienste der Lehrfirma zu leisten.

Inhalte des Lehrvertrags

Der Lehrvertrag muss mindestens Folgendes beinhalten:

  • Art und Dauer der beruflichen Ausbildung
  • Lohn
  • Probezeit
  • Arbeitszeit
  • Ferien

Viele Elemente des Lehrvertrages sind durch zwingende Bestimmungen des öffentlichen und privaten Rechts bereits vorbestimmt (z.B. OR) und können nicht frei vereinbart werden.

In vielen Betrieben gelten betriebsinterne Reglemente (z. B. Personalreglement). Diese sind oft integrierter Bestandteil der Anstellungsverträge und sind – sofern sie nicht dem Lehrvertrag widersprechen – auch für die Lehrlinge verbindlich.

Im Lehrvertrag sollte auch die Bezahlung der obligatorischen Lehrmittel geregelt sein.

Auflösung des Lehrvertrags

Der Lehrvertrag ist ein zeitlich befristeter Vertrag. Das Lehrverhältnis endet somit erst mit dem Endtermin, der im Lehrvertrag festgehalten ist. Eine vorzeitige Auflösung ist nur in bestimmten Fällen möglich.

Detailinformationen zur Auflösung des Lehrvertrags

Das Qualifikationsverfahren (QV)

Gegen Ende der beruflichen Grundbildung «Geomatikerin / Geomatiker EFZ» steht das Qualifikationsverfahren.

Das Qualifikationsverfahren bestehend aus einer

  • praktischen Arbeit,
  • einer Berufskenntnisprüfung,
  • der Allgemeinbildungsprüfung (selbstständige Vertiefungsarbeit, SVA)
  • und einer Erfahrungsnote.


Die praktische Prüfung wird als IPA (Individuelle Praktische Arbeit) oder als VPA (Vorgegebene Praktische Arbeit) durchgeführt. Die jeweils angewendete Prüfungsform geben die Kantone bekannt.
Mit der praktischen Arbeit (IPA) und der Berufskenntnisprüfung soll nachgewiesen werden, dass die im Bildungsplan definierten Handlungskompetenzen (Fach-, Methoden, Selbst- und Sozialkompetenzen) während der beruflichen Grundbildung erworben wurden.

Die Rahmenbedingungen der IPA sind im Dokument „Wegleitung über individuelle praktische Arbeiten (IPA) im Rahmen der Abschlussprüfung im Qualifikationsverfahren der beruflichen Grundbildung" vom 22. Oktober 2007, des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie BBT geregelt.

Die Prüfung der Berufskenntnisse dauert 3.5 Stunden (+0.5 bei VPA). Die Berufskenntnisse werden schriftlich oder sowohl schriftlich wie mündlich geprüft. Die Prüfung der Allgemeinbildung wird durch die Berufsfachschulen durchgeführt.

Beispieldossiers

Anlässlich der Lehrabschlussprüfung 2013 haben 8 Lernende eine Pilotprüfung auf Grundlage eines ersten Entwurfes des QV-Reglements absolviert. Dadurch konnten einerseits erste organisatorische Erfahrungen zur IPA (Individuelle Praktische Arbeit) gesammelt werden und andererseits das QV-Reglement auf Vollständigkeit und Verständlichkeit überprüft werden. Zwei dieser ersten IPAs stehen in anonymisierter Form der Öffentlichkeit zur Verfügung. Diese Beispieldossiers sollen Hinweise auf eine mögliche Arbeit aufzeigen und sind nicht als Optimum zu verstehen. Bitte beachten Sie hierzu die zugehörigen Zusammenfassungen.

Zu den Beispieldossiers

Weitere Informationen zum Qualivikationsverfahren finden Sie hier: 

Modelllehrgang

Der Modelllehrgang gliedert die Handlungskompetenzen des Bildungsplan zusätzlich nach Lehrjahren. Diese Gliederung ist als Vorschlag und als Hilfestellung zu verstehen und ist nicht verbindlich! Es steht Ihnen frei den betrieblichen Bildungsplan nach eigenen Kriterien zu organisieren.

Der Bildungsplan

Der Bildungsplan des Berufs ist Teil der Bildungsverordnung. Er ist das berufspädagogische Konzept der beruflichen Grundbildung.

Mit dem Bildungsplan des Berufs steht den Berufsbildner/innen in Lehrbetrieben, überbetrieblichen Kurszentren und Berufsfachschulen ein Instrument zur Verfügung, mit dem Ausbildung und Unterricht systematisch geplant und durchgeführt werden.
Somit ist der Bildungsplan im Lehrbetrieb ein zentrales Werkzeug.

Berufsbildner/innen sind verpflichtet, die Lernenden über die Ziele und Inhalte des Bildungsplans zu informieren.

Der Modelllehrgang

In den auf der Grundlage des Berufsbildungsgesetzes (BBG) von 2002 geregelten Berufen löst der Bildungsplan den bisherigen Modelllehrgang ab.

Der Bildungsplan «Geomatikerin / Geomatiker EFZ» ist nach der Triplex-Methode aufgebaut, d.h. die Handlungskompetenzen und Anforderungen werden auf drei Stufen mit Leistungszielen, Richtzielen und Leitzielen beschrieben. Diese sind thematisch gegliedert und nicht curricular.

Auf Wunsch der Betriebe erarbeitete der Trägerverein Geomatiker/-in Schweiz zusätzlich zum Bildungsplan ein Modelllehrgang.
Der Modelllehrgang gliedert die Handlungskompetenzen des Bildungsplan zusätzlich nach Lehrjahren. Diese Gliederung ist als Vorschlag und als Hilfestellung zu verstehen und ist nicht verbindlich! Es steht Ihnen frei den betrieblichen Bildungsplan nach eigenen Kriterien zu organisieren.

Bei Widersprüchen gilt der Bildungsplan.

Modelllehrgänge:

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